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Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem Reiseblog. Mein Name ist Jean-Martin Harder, ich bin 19 Jahre alt und leiste zur Zeit meinen Freiwilligendienst, mit Hilfe der Organisation "Volunta" vom Deutschen Roten Kreuz, in Bolivien ab. Hier erhalten sie regelmäßige Informationen über meinen Alltag als FSJler, meinen täglichen Aufgaben und Wissenswertes über Land und Leute.

Ankunft in Santa Cruz: 17.09.2009; seit:

in Bolivien.

Uhrzeit Deutschland:


Uhrzeit Bolivien - Sucre:

Die erste Phase: Flug-Santa Cruz-Sucre

In diesem ersten Eintrag möchte ich meine erste, aufregende Woche zusammenfassen.

Sie beginnt am 16. Sptember 2009 7:25 Uhr am Frankfurter Flughafen. Nachdem ich mich von meinen Lieben verabschiedet habe, startet mein erster Flug Richtung Paris, Charles de Gaulle, in den wolkenverhangenen Himmel. Nach wenigen Minuten sehe ich von Deutschland nur noch eine geschlossene Wolkendecke, und es scheint als fiele der Abschied ganz leicht. Nach kurzer Zeit  jedoch geht der Airbus der Air France in den Sinkflug über, durchstößt die Wolkendecke, die weiterhin den Blick auf den Boden versperrt, und setzt zur Landung an. Sind wir denn immernoch über Deutschland?

Nein, über Paris herrscht nur genau das selbe Wetter, dass wir uns bewegt haben merkt man nur am gereichten Frühstück: Croissant und eine Tasse Kaffee. Der Anschlussflug über den Atlantik zeigt dann aber eindrucksvoll, dass wir uns weit weg bewegen. Stundenlang ist aus den Fenstern nichts zu sehen als die blaue Weite der Wellen. Die Ungewissheit, was mich erwartet wird dadurch immer drückender. Doch wird sie bald abgefedert durch die anderen Freiwilligen, mit denen ich mich gut über solche Gedanken unterhalten kann. Das wir alle nicht viel wissen, lässt uns noch mehr zu einer Gruppe werden, die gewillt ist alle Schwierigkeiten auf sich zu nehmen.

Und dieser Wille wird promt auf die Probe gestellt. In Hugo Chavez' Venezuela, genauer am Flughafen Caracas Internacional, wird einer von uns, Janis, ausgewählt, bekommt eine Warnweste übergeworfen und wird aufs Rollfeld eskortiert. Das alles geschieht kurz vor unserem Weiterflug, sodass wir aufgrund seines immer längeren Fortbleibens anfangen nervös zu werden. In letzter Minute taucht er auf, erleichtert erzählt er uns, dass er sein Gepäck im Rahmen einer Routine Kontrolle öffnen musste. Und das mitten auf dem Vorfeld, unter den Flügeln unseres nächsten Flugzeuges. Willkommen in Südamerika!

Unser nächster Flug führt uns von Cararcas über Lima nach Santa Cruz, unserem Zielflughafen. Dort werden wir um halb zwei nachts von unseren Ansprechpartnern abgeholt. Dies sind Max und Arturo. Max, Schweizer und Präsident der Hostelling International Bolivia Stiftung, wird uns noch einige Zeit in Santa Cruz und Sucre begleiten, während Arturo unser bolivianischer Ansprechpartner vor Ort für das nachste Jahr sein wird. Wir verteilen uns auf Taxen, die uns in die Innenstadt bringen, wo wir im Hostel, froh endlich angekommen zu sein, in unsere Betten fallen.

Am nächsten Tag, sozusagen "Dia 1 en Bolivia" schauen wir uns zunächst die Stadt Santa Cruz an. Wir bestaunen die Skulpturen an auf den Rotondos, den reichlichen Kreiseln, und weitere Sehenswürdigkeiten. Danach fahren wir, ein Geschenk von Max an uns, über den Hochwasserdamm an den Fluss, wo wir mit Quads an unsere Grenzen gehen können. Anschliessend genießen wir bei am Fluss ansässigen Indianern ein für Santa Cruz und Umgebung typisches Mittagessen. Dann geht es für uns zurück ins Hostel, wo wir uns vom Schlamm säubern. Max hat noch eine besondere Tour mit uns vor. Sie führt über den ehemaligen Drogenstrich, aus dem dank einer Initiative mit seiner Beteiligung eine Gasse des Kunsthandwerks entstanden ist, in der ehemalige Drogenabhängige ihre Erzeugnisse anbieten.

Dass Santa Cruz eine Stadt im Wandel ist, zeigt uns einen Tag später auch eine Tour durch die Aussenbezirke. Obwohl sie auf den ersten Blick erschreckend aussehen, zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass ein deutlicher Unterschied zu den oft gezeigten Slums anderer Städte besteht. Man sieht niemanden betteln, jeder scheint eine Nische zu finden, in der er arbeiten kann, um sich ein Auskommen zu schaffen.

Eine ganz andere Seite der Stadt zeigt uns eine Fahrt wenige Kilometer aus Santa Cruz heraus. Durch sich im Aufbau befindende wohlhabende Wohnviertel verlassen wir die Stadt, und gelangen an die prähistorische Küste des Urkontinents Pangäa. Diese liegt heute zwischen Urwald und Anden, wo sie kaum jemand vermuten würde. Wir fahren weiter und gelangen in ein Dorf, das sich unweit von Santa Cruz etwa auf dem Stand von 1520 gehalten hat. Natürlich gibt es mittlerweile Autos und Lkws, doch die Gebäude zeigen uns, wie es damals in einem Dorf des kolonialisierten Südamerikas aussah. Gegen 17 Uhr fahren wir im Schlafbus ab Richtung Sucre, der Hauptstadt Boliviens.

Nach 16 Stunden Fahrt inklusive zweier Pausen haben wir die 550! Kilometer hinter uns gebracht und erreichen am 19. September Sucre, die weiße Stadt. In den folgenden Tagen steht ein Seminar an, in dem wir mehr über die prähispaniolische Geschichte Boliviens, die Konolialzeit, die Revolution und die aktuelle Politik erfahren. Weitere Themen sind Gesundheit, Kriminalität und, von uns sehnlichst erwartet, die Einsatzstellen, und ihre Verteilung. Seit gestern steht für mich nun fest, dass ich die erste zeit bis zum Jahreswechsel mit Felix in Tarabuco verbringen werde.

Trotzdem bleibt uns auch genügend Zeit die Stadt zu erkunden, die Innenstadt, den Aussichtspunkt auf den Hügeln über der Stadt und den Mercado Campesino, den Bauernmarkt der Stadt. Zudem waren wir in der Hutfabrik "Sombreros Sucre", um uns der enormen Sonnenstrahlung gerecht auszustatten. Viel Zeit nimmt allerdings ein Behördenmarathon in Anspruch, den wir auf uns nehmen müssen, um unser einjähriges Visum zu erhalten. Da dies sich verzögerte, steht nun für übermorgen, Freitag den 25.September die Fahrt nach Tarabuco an. Ich werde im November nochmals nach Sucre zurückkehren, um mein Spanisch unter der Aufsicht der Profesora Monica zu verbessern.

Was ich bis dahin erlebe, wie es in Tarabuco ist und was meine Aufgaben sind könnt ihr hier mitlesen.

24.9.09 00:19




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