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Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem Reiseblog. Mein Name ist Jean-Martin Harder, ich bin 19 Jahre alt und leiste zur Zeit meinen Freiwilligendienst, mit Hilfe der Organisation "Volunta" vom Deutschen Roten Kreuz, in Bolivien ab. Hier erhalten sie regelmäßige Informationen über meinen Alltag als FSJler, meinen täglichen Aufgaben und Wissenswertes über Land und Leute.

Ankunft in Santa Cruz: 17.09.2009; seit:

in Bolivien.

Uhrzeit Deutschland:


Uhrzeit Bolivien - Sucre:

Viajar

Von Weihnachten bis Ende Januar habe ich mir Urlaub genommen, um Bolivien und Peru zu bereisen. Dabei bin ich zum Teil mit Hostelling, zum Teil individuell, zum Teil in einer großen Gruppe, zum Teil zu dritt mit Janis und Marius gereist.

Am 27. Dezember sind wir (eine Gruppe von 7 Freiwilligen) von Sucre aus nach Cochabamba gefahren, um dort in einem nahegelegenen Nationalpark Kanu zu fahren. Da dies aber bei allen Reiseveranstaltern ziemlich teuer war, haben wir den Plan geändert und sind nach Villa Tunari gefahren. Erst auf der Fahrt fiel uns auf, dass dies einen Abstieg von 2500m auf 300m bedeutet. Dort angekommen waren wir erstmal von der Hitze erschlagen, haben uns dann ein günstiges, aber relativ angenehmes Hostel gesucht, und den nächsten Tag geplant. Aus dem Kanufahren wurde dann eine Rafting-Tour, die uns aber auch sehr viel Spaß gemacht hat. Auch wenn es die nächsten Tage etwas abgekühlt hat, war es trotzdem immer noch angenehm warm. Mit einer Machete ausgerüstet sind wir dann noch einen halben Tag in die Dschungel Peripherie des Ortes los, bevor wir uns auch schon wieder auf den Rückweg machen mussten, um für Silvester wieder in Sucre zu sein.

Nachdem wir Silvester mit den anderen Freiwilligen gefeiert hatten, ging es am 2. Januar los auf die Salz und Silber-Tour, die wir Zivi-Freiwilligen bei Hostelling gratis buchen können. Die erste Station ist dabei die ehemals reichste Stadt Südamerikas, wenn nicht der Welt Potosí. Am Cerro Rico gelegen (nicht etwa dem Cerro Potosí, der liegt bei La Paz). Der „Reiche Berg“ ist auch der Grund für den ehemaligen Reichtum der Stadt Potosí: Früher mehr als 500 Meter höher diente der Berg als Silberquelle der Kolonialmacht Spanien. Da diese aber zuvor stark verschuldet war, floss der Reichtum von Potosí aus nach ganz Europa, sodass z.B. der dreißigjährige Krieg als beiderseits von Potosí finanziert angesehen werden kann. Die Minen, in denen heute aber hauptsächlich Zinn abgebaut wird haben wir besichtigt, und uns des Öfteren den Kopf angestoßen, da die Gänge zum Teil wirklich außerordentlich eng und niedrig, zum Teil nur kriechend passierbar sind. Zudem arbeiten die Arbeiter, die heute in Kooperativen organisiert sind, in bis zu 24 Stunden Schichten, aufgeputscht von Coca, Zigaretten und Alkohol, in den Minen. Der Alkohol wird übrigens in 1L Flaschen zu einer Konzentration von 96% verkauft und mit dem Aufdruck „Buen Gusto“ (Guter Geschmack) beworben. Dazu kommen in den Minen Konzentrationen von Kleinststäuben, die sich in Deutschland kein Umweltminister je erträumen könnte, und die die Lungen nachhaltig zerstören, sodass die Lebenserwartung der Minenarbeiter heute noch kaum bei 40 Jahren liegt. Damit wird ein recht gutes Einkommen erkauft, das der Familie zumindest ein gesichertes Leben bietet, das im Rahmen der Weltwirtschaftskrise mit dem Rückgang der Nachfrage aber auch gesunken ist. Zur Hochzeit Potosís um 1600 war es mit 150.000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt. Von da an ging die Bevölkerungszahl zurück, erst in den letzten drei Jahrzehnten hat sie sich wieder über den historischen Höchststand geschwungen, und beträgt heute etwa 170.000 Einwohner.

Außerdem haben wir uns in Potosí die „Casa de Moneta“, das Haus des Münzgeldes angesehen. Ursprünglich wurde hier aus dem Silbererz das Silber gewonnen, in Barren gegossen und in die Münzprägeanstalten der Welt verschifft. Zum Einen kann man die Maschinen und die Öfen, die dafür benutzt wurden, sowie Münzen aus verschiedensten Zeiten und von verschiedensten Orten heute dort besichtigen, zum Anderen aber auch Gemälde der bolivianischen Künstler der Zeit, die dort ausgestellt sind.

Im Anschluss daran bestiegen wir die Flota nach Uyuni, Stadt am Rande und Namensgeberin des „Salar de Uyuni“, des größten Salzsees der Welt, seit Neustem auch dem Ort des größten Lithiumvorkommens der Welt, mit etwa 50% des insgesamt vorhandenem Lithiums auf der Welt. Das ist auch gleichzeitig die größte Bedrohung dieses einzigartigen Naturwunders. Die maximale Seelänge N-S beträgt dabei 110 km, die maximale Breite O-W 140km und der See hat eine Fläche von 12.000 km². Nach einer Nacht in Uyuni machten wir uns auf den See und seine Umgebung zu erkunden. Dabei verbrachten wir den ersten Tag damit auf der bis zu 30m starken Salzkruste zu einer Insel des Sees zu fahren. Erste Station war dabei ein Eisenbahnfriedhof am Rande des Salars, der Aufgrund der vielen als unrentabel stillgelegten Eisenbahnlinien in Bolivien gut bestückt ist. Dann ging es weiter zur größten Insel des Salars Die Insel ragt als karger, nur von Kakteen bewachsener, brauner Fels aus dem weißen Meer hervor. Auf dem Weg und dort haben wir die typischen Salarfotos gemacht: Aufgrund des weißen Bodens und des weißen Hintergrundes bis zum Horizont ist es extrem schwer Entfernungen einzuschätzen. Die Nacht verbrachten wir dann am Rande des Salars, allerdings nicht in einem der berühmten, aber auch teuren Hotels aus Salz. Am nächsten Tag sind haben wir dann dem Salar den Rücken gekehrt, und sind in den südlich gelegenen Altiplano-Nationalpark gefahren. Dort haben wir uns die nächsten zwei Tage aufgehalten und die vielen unterschiedlichen, bewundernswerten Sehenswürdigkeiten besucht. Dabei waren wir bei der Roten, der weißen und der grünen Lagune, die von Mikrobakterien so eingefärbt werden, und haben die vielen Flamingos gesehen, deren Population dort in den letzten Jahren laut unserem Führer aber stark zurückgegangen ist. Zudem waren wir in einem vulkanisch aktiven bereich des Areals, in dem wir Geysire und heiße Schlammbecken, die auch reichlich mit Schlammbrocken um sich geworfen haben, sodass der eine oder andere von uns danach unfreiwillig verziert war. Vulkanischer Höhepunkt war dabei natürlich das Baden in den heißen Quellen an der weißen Lagune, die zwar in einem Betonbecken gefasst sind, aber trotzdem etwas ganz besonderes sind. Nach diesem Bad ging es dann auch schon wieder Richtung Uyuni, um von dort nach La Paz weiterzureisen. Dort endete nach einer umfassenden Stadtrundfahrt auch das Programm der Hostellingtour.

Auf eigene Faust unternahmen wir dann noch mit einem anderen Anbieter eine Mountainbiketour. Diese führte uns von La Paz über 3.650 Meter hinab nach Coroico, und das auf nur 68 km. Durch die schmale Straße und die gewundene Straßenführung immer am Abgrund entlang, ist die Sicht sehr beschränkt, und bevor diese Straße durch eine neue Trasse entlastet wurde, kam es hier jedes Jahr zu tödlichen Unfällen, die diese Straße zur gefährlichsten der Welt machten, was auch zu ihren Beinamen „Camino de la Muerte“, „Death Road“, also Todesstraße führte. In etwa 4 Stunden sind wir diese Straße nun heruntergefahren, von den schneebedeckten Gipfeln der Anden bis zu den Bananenplantagen. Bei vielen Pausen sind mindestens ebenso viele tolle und beeindruckende Bilder entstanden, die jedoch die beeindruckende Landschaft  und den tollen Ausblick nur bedingt übermitteln können.

Des Weiteren haben wir uns von La Paz aus Tihuanacu angesehen, eine Tempelanlage der nach ihr benannten Tihuanacu-Hochkultur, die den Südamerikanischen Kontinent lange und lange Zeit vor den im Vergleich unbedeutenden Mayas und Inkas beherrschte. Die Tempelanlagen sind schön restauriert, haben aber während der Kolonialzeit unter ihrem Gebrauch als Baumaterialsquelle deutlich gelitten. Sie besteht aus drei Tempeln, die die Dimensionen der Tihuanacu symbolisieren. Da gibt es zum einen den Tempel, der in den Boden hineingearbeitet ist, und die Unterwelt darstellt, die Pyramide, die sich zur Sonne nach oben hin reckt, und den Tempel, der die Ebene der Menschen darstellt. Übrigens hatten die Tihuanacu um 3000 vor Christus einen Kalender der sich aus 12 Monaten a 30 Tage und einem Neujahresfest a 5 Tage, das alle 4 Jahre 6 Tage dauerte, zusammensetzte, und dessen Genauigkeit abgesehen vom antiken Ägyptischen Kalender erst wieder im 16.Jahrhundert durch der Einführung des Gregorianischen Kalenders in Europa erreicht wurde.

Nachdem wir nun einige Tage in La Paz waren, haben wir, Marius, Janis und ich, uns von der Großgruppe abgespalten, und sind nach Peru gereist. Nach 36 Stunden Busfahrt inklusive Grenzübertritt, haben wir dann Lima erreicht, dort einen Nachmittag verbracht, und sind dann weitergefahren nach Trujillo, von dort direkt nach Huanchaco ans Meer. Huanchaco ist ein relativ kleiner Ort, der hautsächlich von peruanischen Touristen besucht wird, und als Surf-Paradies beworben wird. Aufgrund der Tatsache, dass es so klein, und nur wenig international besucht ist, ist es auch sicherer als z.B. Mancora, die nächste größere Stadt im Norden. Dort haben wir dann viel Zeit damit verbracht Surfen zu lernen, und uns zu verbessern. Beim Campen im Hof eines Hostels und am Strand, haben wir dabei viele verschiedene Leute, hauptsächlich Peruaner kennengelernt, mit denen wir uns aufgrund unserer fortgeschrittenen Spanischkenntnisse gut unterhalten konnten. Außerdem haben wir noch Chan-Chan besucht, die größte präkolumbische (Nicht zu verwechseln mit präkolumbianisch&hellip Stadt Südamerikas, von der immer noch mehrere Königspaläste übrig sind. Diese sind zwar komplett aus Lehm gebaut, aber da es hier nur alle 15 Jahre zu bedeutenden Regenfällen durch El Niño (den Kleinen) kommt, sind diese noch gut erhalten. In Chan-Chan selbst sind übrigens die Regelmäßigkeiten des Zusammenspiels von El Grande und El Niño als Darstellung an einer Wand festgehalten. Danach herrscht El Grande vor, der von Süden kaltes, sauerstoffreiches Wasser bringt, und für guten Fischfang sorgt, während El Niño alle 15 Jahre warmes Wasser aus dem im Norden gelegen Äquatorbereich bringt, was für eine Verschlechterung der Fangergebnisse sorgt.

Nachdem wir uns nun 2 Wochen in Huanchaco aufgehalten hatten, machten wir uns auf den Rückweg nach Bolivien. Aufgrund der starken Regenfälle und der Überflutungen fiel allerdings ein Abstecher nach Machu Picchu aus, den wir aber noch nachholen wollen. Nach einer Rückreise, die unbedeutend kürzer war als die Hinreise waren wir wieder in La Paz, und sind von da aus weiter nach Sucre, von wo aus ich dann wieder nach Tarabuco zurückgekehrt bin, um dort noch Februar und März zu verbringen.

29.3.10 01:54
 


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